Lebensqualität

Entrümpeln

3 Glaubenssätze von denen du dich verabschieden solltest

Endlich ist der Frühling da und mit diesem auch meine Motivation das Haus zu entrümpeln. Der Grundtenor lautet: alles muss raus! Nun ja, nicht alles, aber viel.

Ich bin wirklich nicht jemand, der viel kauft oder alles horten muss und mein Mann auch nicht, aber irgendwie füllt sich das Haus und alle unsere Schränke und Ablagen immer wieder mit neuen Dingen – vor allem seit wir Kinder haben. Nun sind die alten Sachen ja auch noch da und ehe man sich versieht, ist alles vollgemüllt und keiner hat Lust, es wegzuräumen oder wegzuschaffen, weshalb es dann meistens an mir hängen bleibt, zumindest das, was die Ordnung im Haus und leere Ablageflächen betrifft.

Auf meine Aufforderung, er könne ja auch mal die Kücheninsel (= Türme von Büchern, Zeitschriften, Zeichnungen, Bastelarbeiten, Elektrogeräten, Vitaminen, Planern und Früchten) aufräumen, meinte mein Mann: „Wieso, sind ja alles deine Sachen!“ Womit er sagen will: Was nicht explizit SEIN Eigentum ist, sondern irgendwie allen gehört, sind meine Sachen und deshalb in meiner Verantwortung, diese wegzuräumen. Dasselbe machen übrigens auch die Kinder. Ihr Strategie, um Dinge nicht wegräumen zu müssen ist: „Mama, sieh mal, das schenke ich dir!“ Und schon stehe ich mit Zeichnungen, Bastelarbeiten, Stöcken, Schneckenhäuschen, Steinen, Strickarbeiten, Armbändchen und was weiss ich noch was allem da und überlege, wo ich meine Geschenke denn nun hin räumen könnte. Da ich keine Ahnung habe, wohin damit, lege ich die Dinge vorübergehend mal auf die Kücheninsel und so geht das immer weiter.

Eigentlich mag ich leere Flächen und mein Mann auch und wenn ich es mir recht überlege geniessen auch unsere Kinder aufgeräumte Zimmer, in denen man sich frei bewegen kann und nicht ständig über ein Spielzeug am Boden stolpert. Auch ein aufgeräumter, arbeitsbereiter Schreibtisch wird nicht verachtet. Freie Flächen haben leider nur ein Problem: Sie ziehen Dinge magisch an und laden schlichtweg dazu ein, etwas darauf abzulegen und liegenzulassen.

Das klingt jetzt so, als würden wir regelrecht in Chaos und Durcheinander versinken bei uns Zuhause, dabei ist das Gegenteil der Fall. Unser Haus ist eigentlich immer ziemlich aufgeräumt und geordnet (bis auf die Kücheninsel), dennoch fühlen mein Mann und ich uns einfach oft völlig überladen mit den vielen Dingen und sind irgendwie ständig auf der Suche nach Einfachheit. Und ich denke, unseren Kindern geht es gleich.

Es gibt unzählige Bücher über Entrümpeln und Ordnung und eine Vielzahl von Strategien, wie man dem Chaos Herr (bzw. Frau) werden kann. Das Problem ist, dass ich mich durch die vielen darin enthaltenen Tipps schon wieder überladen fühle und dann doch nicht weiss, wie und wo ich am besten anfangen soll. Deshalb habe ich mir überlegt, was eigentlich die Gründe sind, warum wir ständig Dinge anhäufen und schliesslich haben sich 3 Sätze herauskristallisiert, die ich fortan aus meinem Leben verbannt habe.

Der Ich-horte-alles-bis-an-mein-Lebensende-Satz-Nummer 1:

Das kann man irgendwann noch brauchen…

Das ist der schlimmste Satz überhaupt. Nein, eben nicht! Wenn du nicht jetzt sofort eine Verwendung dafür hast, wirf es weg oder gib es weiter, jemandem, der wirklich jetzt dafür Verwendung findet. Denn bis du dieses Ding eventuell mal brauchen kannst oder wirst, gibt es entweder eine neuere, bessere Version desselben oder du hast vergessen, wo du es hingetan hast und kaufst es neu oder eines deiner Kinder ist draufgestanden und hat es kaputt gemacht (und natürlich verschwiegen). Glaub mir, wenn ich dir sage, dass du dieses Ding zu 99% nicht mehr brauchen wirst und es nur Raum in deinem Zuhause und in deinem Leben einnimmt.

Der Ich-horte-alles-bis-an-mein-Lebensende-Satz-Nummer 2:

Da passe ich irgendwann mal wieder rein…

Die Jeans, die dir vor 20 Jahren fabelhaft gepasst hat, in der du heute aber aussiehst wie eine Presswurst? Das bauchfreie T-Shirt, das heute zwar wieder In ist, dir aber nur knapp über den Busen reicht und dafür den nicht mehr ganz so straffen mit Schwangerschaftsstreifen verzierten Bauch offenbart? Die Schuhe, die schon immer unbequem waren und die du nur trägst, weil sie so teuer waren, nur um bei jedem Schritt leidend das Gesicht zu verziehen? Auch da kann ich dir versichern, es ist eher unwahrscheinlich, dass du eines dieser Teile wieder mal trägst.

Der Ich-horte-alles-bis-an-mein-Lebensende-Satz-Nummer 3:

Das mach ich dann mal noch fertig…

Auch darin sind wir Weltmeister! Seit einem Jahr und drei Monaten renovieren wir unser klitzekleines Bad im Untergeschoss und wenn alles glattgeht, ist dann Ende Jahr auch noch die endlich bereitliegende Duschbatterie montiert und wir sind fertig!

Natürlich haben wir in der Zwischenzeit mehrere andere Projekte wie selbstgenähte Taschen, neu gestrichene Schränkchen oder selbst gebaute Bücherregale gestartet. Einige Projekte haben es tatsächlich bis zu Vollendung gebracht, andere warten seit Monaten darauf. Alle Projekte, die ich oder die Kinder vor mehr als sechs Monaten gestartet haben und die schon lange unfertig herumliegen, habe ich kurzerhand liquidiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es irgendwann doch noch bis zur Vollendung bringen, geht gleich null.

Um es kurz zu sagen:

Behalte bei allem das, was du wirklich liebst, was ein Lächeln auf dein Gesicht zaubert, woran du hängst, oder was du wirklich oft brauchst. Gib alles andere weg. Verschenke es, verkaufe es oder wirf es weg, wenn es wirklich niemand sonst brauchen kann. Wenn du es nicht übers Herz bringst, Dinge gleich wegzugeben, pack sie in eine Kiste, die du im Keller lagerst. Hast du ein Jahr lang nicht hineingeschaut gib die ganze Kiste weg.

Mit Hilfe der oben beschriebenen Strategien habe ich in der letzten Zeit:

  • Die Kücheninsel aufgeräumt
  • Kinderzimmer Nr. 1 inkl. Kleiderschrank entrümpelt
  • Kinderzimmer Nr. 2 inkl. Kleiderschrank entrümpelt
  • Unser Schlafzimmer inkl. Kleiderschrank entrümpelt
  • Unser Bad entrümpelt
  • Unsere Küche entrümpelt
  • Unseren grossen Keller entrümpelt
  • Fotos der letzten 20 Jahre durchgeschaut, aussortiert und eingeklebt

Und das Beste ist, es ging eigentlich ganz leicht und schnell.

Nun wünsche ich dir viel Tatendrang beim Entrümpeln und vor allem viel Freude an deinem neu geschaffenen Raum. Atme durch!

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Herzlichst, Romana